Die Hand des Hutmachers
Gottfried Schätz (1921-2007) und seine Sauerbruch-Prothese

Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Medizinhistorischen Museum Ingolstadt

Für den "Handwerker" bildet die Fertigkeit seiner Hände die Lebensgrundlage. Was aber macht ein Handwerker wie der Tegernseer Hutmacher Gottfried Schätz, wenn er sein zentrales Werkzeug, seine Hand, verliert?

Zum Glück gibt es dann weitere "Handwerker", die sich der Sache annehmen. Darunter sind Berühmtheiten auf dem Gebiet der Chirurgie, Professor Ferdinand Sauerbruch und dessen Schüler Professor Max Lebsche, deren medizinischer Forschergeist die mechanische Koppelung von Muskulatur und Prothese entwickelte und damit unzähligen Kriegs- und Unfallopfern neue Möglichkeiten eröffnete. Nur wenigen hingegen ist der Schöpfer der kunstfertig geformten Holzhände mit der präzisen Mechanik im Inneren bekannt, der im württembergischen Bartenstein ansässige Uhrmacher Jakob Hüfner.

Diesen so verschiedenen "Handwerkern" war im Jahr 2014 eine Ausstellung des Deutschen Medizinhistorischen Museums in Ingolstadt gewidmet. Nun bilden deren Objekte den Kern der heurigen Sonderausstellung im Museum Tegernseer Tal. Im Zentrum steht die Armprothese von Gottfried Schätz, die nach seinem Tod von einer seiner Töchter dem Medizinhistorischen Museum übergeben wurde. Sie erlaubte es ihm, in sechs Jahrzehnten unzählige Hüte anzufertigen.

Wohl kaum ein Einwohner des Tegernseer Tals hat nicht mindestens eines seiner Erzeugnisse zu Hause. Teilweise über Generationen werden die "Schätz-Hüte" noch immer weitergereicht. Der "Schätz Friedl", wie er von den Einheimischen genannt wurde, war im Tal und darüber hinaus eine bekannte und hoch geschätzte Persönlichkeit. Lange Jahre war er Hauptmann der Tegernseer Gebirgsschützen. Seine Hutmacherei wird heute von seiner Tochter Doris Gollé-Leidreiter weitergeführt.

Die Tegernseer Sonderausstellung will neben der medizinhistorischen Thematik auch die Person von Gottfried Schätz und ihr Umfeld beleuchten.